Die Entstehung von Jabulani

 

Die Idee

1987 während dem Höhepunkt der Apartheid arbeitete Sr. Marco im St. Mary’s Hospital in Mariannhill. In diesem Jahr gab es starke Überschwemmungen wodurch viele Menschen in den Townships ihre Häuser verloren. Sie und auch Flüchtlinge der Fraktionskämpfe kamen in die Mission Mariannhill um dort um Hilfe zu bitten.

Sr. Marco wurde bewusst, dass es in den Dörfern in der Umgebung noch mehr Bedürftige sind, die ihre Hilfe benötigen.
Sie dachte sich: „Wenn ich helfen will, muss ich wissen, wie unsere Leute leben, woher sie kommen.“

Aus diesem Grund machte sie sich mit einer weiteren Krankenschwester auf den Weg in die Townships. Sie unterhielten sich mit den Bewohnern, versorgten sie medizinisch und impften sie. Die alten Menschen haben sie gewaschen und ihnen die Zehennägel geschnitten. Durch diese Tätigkeit regte sich in Sr. Marco der Wunsch den Menschen rund um Mariannhill mehr Unterstützung zukommen zu lassen.

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Der Auslöser

Sr. Marco erzählt ein trauriges Erlebnis, dass den Stein für die Bildung des Zentrums ins Rollen brachte.
Eines Tages brachte eine Großmutter ein kleines Kind mit dem Namen Imbali ins Krankenhaus. Sr. Marco entdeckte die bitterlich weinende Großmutter. Diese erzählte Sr. Marco, dass sie nicht wisse was sie mit dem Kind tun soll, die Mutter sei krank und auch sie selber könnte sich nicht um das Kind kümmern.
Sr. Marco beschloss, dass sie die Familie in ihrem Zuhause besuchen wolle. Es stellte sich heraus, dass die Mutter an postnataler Depression litt, es schien aber so als ginge es dem Kind gut. 
Als Sr. Marco die Familie wieder verließ, veranlasste sie irgendetwas sich während dem Gehen nochmals um zu drehen. Und sie sah, wie die Mutter das Kind ins Gebüsch warf. Also ging sie zurück und holte das Kind, sie nahm es mit ins Krankenhaus.
Imbali wurde von einer Krankenschwester adoptiert. Sie ist heute verheiratet und hat eigene Kinder.

 

Der Beginn

Am 4. Januar 1988 wurde Jabulani offiziell in einem kleinen Raum am Eingang zur Monastery in Mariannhill eröffnet.
Sr. Marco sagt: "Jabulani wurde auf Gebeten erbaut und wird durch diese weiter bestehen."
Am Beginn gab es keinen wirklichen Plan, man ist einfach Problem für Problem angegangen wenn es auftrat. Wenn Personen kamen fragte man sie was sie können. Manche konnten kochen, manche nähen andere arbeiteten gerne im Garten. Jeder bekam Arbeit entsprechend seiner/ihrer Fähigkeiten.
"Man beginnt mit dem was man hat, wir machten aus allem was uns gegeben wurde etwas," erzählt Sr. Marco.
In nur kurzer Zeit kamen immer mehr Menschen zu Jabulani, vor allem Frauen, die verschiedenste Probleme zum Beispiel Arbeitslosigkeit, Wohnungsprobleme oder zu bezahlende Schulgebühren und – uniformen. 

Obwohl anfangs daran gezweifelt wurde ob ein Projekt solcher Art funktionieren konnte war es nach einem Jahr klar, dass es kann und der kleine Raum nicht mehr ausreicht. Sr. Marco bekam ein neues Land von der Mission Mariannhill zur Verfügung gestellt. Es befand sich an einer idealen Stelle. Auf dem Grundstück befand sich viel Gebüsch und Bäume, aber auch ein Haus, welches anfangs von Lehrern und Arbeitern des Klosters verwendet wurde. Nachdem diese aber gegangen waren wurde es zu einem "Shebeen". Anfänglich gab es Probleme mit dem ehemaligen Mieter, es wurden regelmäßig Fenster eingeschlagen, doch Sr. Marco hat diese einfach immer wieder ausgetauscht. Es wurde auf dem Gelände immer mehr gerodet und die zurückgelassenen Abfälle des "Shebeen" entsorgt.
An diesem Ort befindet sich das Zentrum auch heute noch.

Am Beginn von Jabulani hatte Sr. Marco eine Krankenschwester an ihrer Seite die sie tatkräftig unterstützte und sie ermutigte, ihr Name war "Tante Audrey". Leider verstarb sie bei einem Verkehrsunfall ein Jahr nachdem Jabulani an seinen heutigen Standort kam. Durch "Tante Audrey" lernte Sr. Marco Alli kennen. Alli war jahrelang Sr. Marcos rechte Hand und unterstützte sie in jeder Situation. Anfangs half er im Zentrum aus und im Gegenzug wurde ihm sein Studium bezahlt. Doch gesundheitliche Probleme führten dazu, dass er sein Studium der Rechtswissenschaften aufhören musste, von da an arbeitete er bis er 2014 verstarb im Zentrum.

Von 1988 bis 1993 half das Zentrum durch die Zurverfügungstellung der Baumaterialien beim Bau von ungefähr 200 kleinen Zwei-Zimmer-Häusern.

 

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Die letzten Jahre

Bereits 1995 kamen 120 Frauen nach Jabulani um dort einer Arbeit nach zu gehen.

2003 wurde Jabulani als eine nicht staatliche Organisation registriert.

2004  besuchte der 14. Dalai Lama  Südafrika. Während seinem Aufenthalt wurde ihm eine Spendensumme zur Verfügung gestellt, ein Teil ging an Sr. Marco und Jabulani.
(Weitere Informationen zu seinem Aufenthalt finden sie hier .)

2009 erhielt Sr. Marco den Romero-Preis der katholischen Männerbewegung (KMB) für ihre Arbeit in Mariannhill. Das 10.000 € Preisgeld wurde für das Zentrum und seine Mitglieder verwendet.
(Ein Video mit Ausschnitten der Preisverleihung finden sie hier.)

Anlässlich des Romero-Preises wurde eine kurze Dokumentation über Jabulani gedreht.
Diese finden sie hier:

Teil 1

Teil 2

 

Jabulani Heute

In den letzten Jahren ist die Zahl der Mitglieder weiter gestiegen und somit gehören 2015 bereits mehr als 130 Frauen, 25 Männer und 350 Kinder zur Jabulani Familie.

Das Jahr 2014 war sehr ereignisreich im positiven und negativen Sinn. Jabulani konnte duch Spendengelder 60 Wellblechhütten in den umliegenden Townships errichten, was sehr erfreulich ist, doch leider verstarb Alli, Sr. Marcos rechte Hand und jahrelanger guter Freund.

 

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